Zaun auf eigenem Grundstück

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mättes
Beiträge: 1
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Zaun auf eigenem Grundstück

Beitragvon mättes » 08.01.2018, 20:30

Hallo liebe Foristi,

kurz zur Situation: Wie haben uns im Sommer ein Doppelhaus gekauft. Der Garten ist relativ klein mit ca. 110qm. Zu allem Übel hat der ehemalige Besitzer den Garten mit einer großen Thujahecke umlaufend vor Einblicken geschützt. Die Hecke nimmt ca. 1/3 der Gartenfläche in Beschlag.

Auf der Grundstückgrenze besteht beidseitig ein 1,2m hoher Stabgitterzaun. Davor mit ca. 50cm Abstand hat der ehemalige Besitzer die Thujahecke gepflanzt.

Da wir ein zweijähriges Kind haben, würden wir gerne die flächenfressende Hecke abreißen und gegen einen Sichtschutzzaun mit max. 2m Höhe errichten. Wir haben bisher noch nicht mit den Nachbarn gesprochen, ich bezweifel aber stark, dass sie sich an unserer Zaunvorstellung auf der Grundstücksgrenze beteiligen würden. Es war ja bisher auch sehr charmant für unsere Nachbarn, sie hatten eine super Sichtschutz ohne jegliche Fläche ihres eigenen Gartens dafür opfern zu müssen.

Für den Fall, dass unsere Nachbarn gegen einen Sichtschutzzaun auf der Grundstücksgrenze sind, wäre es erlaubt diesen einfach auf unserem eigenen Grundstück zu errichten? So hat der Vorbesitzer es ja anscheinend einfach mit der Thujahecke gemacht. Lt. Landesbauordnung NRW wäre dieses Vorhaben bis 2m Höhe genehmigungsfrei.

Lieben Dank für eure Hilfe und schöne Grüße
Mättes

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Ichversuchsmal

Re: Zaun auf eigenem Grundstück

Beitragvon Ichversuchsmal » 09.01.2018, 12:10

Hallo,

zu klären wäre zunächst, ob es eine Ortssatzung oder einen Bebauungsplan gibt, welche Vorschriften zum Thema Grundstückseinfriedung enthält.

Falls nicht, wäre eine Einfriedung bis 2,00 m bauordnungsrechtlich wohl ok. Dann wäre aber die nächste (zivilrechtliche) Frage der Ortsüblichkeit zu klären ...

Auf jeden Fall ist es immer Klug im Vorfeld mit den Nachbarn zu reden....

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Sebastian Veelken
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Re: Zaun auf eigenem Grundstück

Beitragvon Sebastian Veelken » 17.02.2018, 20:30

Das Reden ist in der Tat gut.
Die Einfriedigungen sind in zwei verschiedenen Rechtsgebieten geregelt, nämlich einmal im zivilen Nachbarrechtsgesetz des Landes NRW (ab § 33) und dann manchmal auch noch mit überlagernden öffentlich-rechtlichen Anforderungen, die sich z.B. aus Gestaltungssatzungen bzw. Bebauungsplänen für das konkrete Grundstück ableiten lassen.
Wie streng die Kommunen letzteres kontrollieren ist sehr, sehr unterschiedlich - zwischen 0 und 100%.

Kennen sollte man sie trotzdem, denn wenn man wegen der Einfriedigung (z.B. wegen Standort, Beschaffenheit oder Bezahlung (!)) Ärger mit dem Nachbarn bekommt, ist es besonders ärgerlich, wenn dem Nachbarn dann noch das öffentliche Recht in die Hände spielt (z.B. wegen geringerer Mindesthöhen, besonderer Vorgaben für die Pflanzenauswahl (z. B."nur heimische Gehölze") o.ä.


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