Terrassenüberdachung

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Nadjana
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Terrassenüberdachung

Beitrag von Nadjana » 01.01.2019, 14:37

Hallo, wir haben vor zwei Jahren eine Pergola auf die Terrasse gebaut. Ohne Dach, lediglich mit Sonnensegeln. Die Größe beträgt 4m tief, 7m breit. Dies in Eigenbau. Jetzt überlegen wir doch die Terrasse zu überdachen. Wie sieht es da mit der Baugenehmigung aus? Das wir eine Genehmigung brauchen wissen wir. Nachbarsgrenzen halten wir ein. Leben in einem freistehendem Haus mit großem Grundstück. Einen Statiker oder Architekten hatten wir nicht. Können dies beim Bauantrag also nicht bieten. Wie verfahren wir am Besten? Das Dach soll auch in Eigenleistung gebaut werden. So der Plan.

Dimeto
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von Dimeto » 12.01.2019, 17:02

Das wir eine Genehmigung brauchen wissen wir.
Woher? Letztes Jahr wäre sie noch erforderlich gewesen. Nach den Angaben 4m*7m ist seit 1.1.19 keine Genehmigung mehr nötig.

05nov02
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von 05nov02 » 13.01.2019, 18:04

Hallo Zusammen,
wie sieht es denn mit einer Gebäudeabschlusswand (Brandwand) bei einer Terassenüberdachung aus? Wir haben eine Doppelhaushälfte und wollen dieses Jahr die Terasse überdachen. Wenn ich die neue Landesbauordnung (Paragraf 30) richtig lese, benötige ich keine Brandwand. Ist das korrekt?
Gruß
05nov02

Nadjana
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von Nadjana » 19.01.2019, 17:48

Es bedarf keiner Baugenehmigung mehr? :shock:

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Sebastian Veelken
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von Sebastian Veelken » 19.01.2019, 18:34

BauO 2018 § 62
aber im Eifer des Gefechts nicht den Grundsatz aus § 60 Abs. 2 vergessen!

Nadjana
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von Nadjana » 20.01.2019, 09:46

Vielen Dank 😊👍

seppelpeter
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von seppelpeter » 06.05.2019, 22:37

Hallo,
wir wollen keine Terrassenüberdachung bauen, obwohl das nach dem neuen NRW Baurecht wohl mögich sein sollte.
Zum Verhängnis wird uns der bebauungsplan.
Dort ist das Baufenster geregelt und das endet ca. 1m, hinter der Hauswand im Süden.
Wir würden aber gerne 3 bis 3,5m bauen.
Problem ist auch die Abstandsfläche zum Nachbarn ... wird sind Reihenendhaus, eine Seite Nachbar, andere Seite Privatstr. ...müssen da alle Anteilseigner der privaten Straße zustimmen?

Nun habe ich in der neuen NRW Landesbauordnung etwas von "gebäudeunabhängigen Solaranlagen" bis 3m Höhe und bis 9m Länge an der Grundstücksgrenze gelesen. Das würde uns perfekt passen, die 3m Höhe kann ich einhalten.

Photovoltaik kann man eh nie genug haben und die PV auf dem neu geschaffenen Dach würde sehr gut die Dachanlage auf dem Haus ergänzen.
Sehr gerne würde ich so also dem seltsamen Bauamt der Stadt ein Schnippchen schlagen.

Aber einfach bauen ist leider kein guter Rat, denn wir sitzen hier einfach mitten auf dem Präsentierteller.
irgendeinem wird es ja sicher nicht gefallen oder er quatscht weil er es auch haben will und frägt nach, ob das darf oder nicht.

Wie geht man her am besten vor, wenn man in Richtung § 62 Genehmigungsfreie Bauvorhaben, Beseitigung von Anlagen und dort speziell der Punkt 3 b) gebäudeunabhängige Solaranlagen mit einer Höhe bis zu 3 m und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze bis zu 9 m, denkt?

Alternativ würde ich auch eine "Solarpergola" bauen, also ohne Dach, aber mit Photovoltaik oben drauf, wenn man das durch bekommt, aber ich sehe hier weniger Chancen.

Für Tipps, rechtliche Einschätzungen und Ratschläge zum weiteren Vorgehen wäre ich dankbar.

Ist es geschickt, mit einer Bauanzeige an das örtliche Bauamt zu starten?
Danach darf das Bauamt Stellung beziehen und dann sehen wir weiter.
Die Bauanzeige würde ich natürlich so offen und nebulös wie möglich halten, damit es in alle Richtungen Spielraum gibt.

Vielen Dank fürs Lesen ... und die Hilfe!

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Sebastian Veelken
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von Sebastian Veelken » 11.05.2019, 20:55

seppelpeter hat geschrieben:
06.05.2019, 22:37
Ist es geschickt, mit einer Bauanzeige an das örtliche Bauamt zu starten?
Danach darf das Bauamt Stellung beziehen und dann sehen wir weiter.
Die Bauanzeige würde ich natürlich so offen und nebulös wie möglich halten, damit es in alle Richtungen Spielraum gibt.
Das ist eindeutig nicht geschickt.
Entweder fällt es sofort auf und muss dann sauber aufgeklärt werden oder es fällt später auf und Sie können sich nicht auf die Bindungswirkung verlassen, weil Ihr Vorhaben und Ihre Anzeige objektiv nicht übereinstimmen.

seppelpeter
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von seppelpeter » 13.05.2019, 12:58

Hallo und danke für die Antwort,
bliebe als Rat also nur, entweder machen und ggfs. auf die Schnute fallen oder das Projekt komplett bleiben lassen.
Mit Gruß

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Sebastian Veelken
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Re: Terrassenüberdachung

Beitrag von Sebastian Veelken » 13.05.2019, 20:38

In aller Form raten kann ich Ihnen nur entweder zu der Version "bleiben lassen" oder zur Version "korrekt darstellen und abklären".
Alles andere ist u.U. auch noch als Ordnungswidrigkeit bußgeldbewehrt und kostet dann noch zusätzliches Geld...

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