Kalksandsteinmauern als Einfriedung im Außenbereich

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lisaosiria
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Kalksandsteinmauern als Einfriedung im Außenbereich

Beitrag von lisaosiria » 13.07.2016, 21:19

Wer kann mir beantworten ob eine Mauer im Außenbereich gemauert aus Kalksandstein, minimum 2,00 m hoch vor dem Haus ca. 8.00 m lang und hinter dem Haus ca. 20,00 m lang (mit Fundament) auf der Grundstücksgrenze als bauliche Anlage genehmigt werden muss. Es handelt sich hierbei nicht um ein priveligiertes Vorhaben, vermittelt mir als Nachbar aber den Eindruck des "eingemauert" seins! Es handelt sich um ein altes Fachwerkdoppelhaus.
Vielen Dank im voraus für Antworten.

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arvid

Re: Kalksandsteinmauern im Außenbereich

Beitrag von arvid » 14.07.2016, 11:59

Hallo Lisaosiria,
wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe, ist der Nachbar Eigentümer der anderen Doppelhaushälfte und die Mauer ist vor und hinter dem Haus auf seiner Seite der Grundstücksgrenze neu anstatt eines Zaunes oder als Ersatz dafür entstanden?

Nach meinem Dafürhalten dann genehmigungspflichtig, im Gegenschluss zu § 65 Landesbauordnung (LBO) NRW Abs. 1 Nr. 13
Entscheidend ist dabei die Höhe von über 2,00 Metern. Solltest Du auf Deiner Seite nochmals genau nachmessen! Bis zwei Meter Höhe wäre das als Einfriedung allerdings zulässig, wenn natürlich auch häßlich.
Fundament, Ausführungsart und/oder Privilegierung spielen dabei m.E. erst mal keine Rolle.
Mir ist allerdings nicht klar, wie er das Fundament genau auf der Grenze sauber erstellt hat, ohne auch auf Deiner Grundstücksseite zu graben.

Gruß ASK

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Sebastian Veelken
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Re: Kalksandsteinmauern im Außenbereich

Beitrag von Sebastian Veelken » 29.07.2016, 23:14

Wenn man sich richtig ärgert, kann man die Frage auch gleich bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde stellen. Die macht sich u.U. auch noch Gedanken darüber, ob eine solche Maßnahme planungsrechtlich, landschaftsrechtlich, naturschutzmäßig oder gar denkmalpflegerisch unproblematisch erscheint und würde ggf. auch zur Tat schreiten können.

lisaosiria
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Re: Kalksandsteinmauern als Einfriedung im Außenbereich

Beitrag von lisaosiria » 04.05.2017, 17:16

Die Aussage des Bauamtes: Genehmigungsfreies Vorhaben! Die Mauer ist von unserem Grundstück, welches 0,50 m tiefer liegt ca. bis zu 2,80 hoch.
Was nun? Bzw. die Mauer ist zur Zeit Gebäudeabschlußwand eines Schwarzbaues. Es wurde eine "nachträgliche" Genehmigung erteilt, aus der Gebäudeabschlußwand wird nun eine Grenzwand und ist auf Höhe von 2,00 m, gemessen vom höheren Grundstück (als von uns auch immer noch 2,50 m hoch) nun genehmigungsfrei!
1. Wie kann eine Baugenehmigung nachträglich erteilt werden, für einen Bau, den es zwar schon gibt, aber erst so wie in der Baugenehmigung genehmigt, zurück gebaut werden muss?
2. Seit wann sind Mauern im Außenbereich genehmigungsfrei und üblich (Landschaftsschutz und Wasserschutzzone)? Bedeutet das für mich, dass ich auch um mein ganzes Grundstück Mauern ziehen kann = Gleichheitsgrundsatz?
3. Sind Wintergärten im Außenbereich nach § 35, Abs. 2 mit einer Größe von 117 qm für zwei Personen, die schon über 200 qm Wohnfläche haben, angemessen?
4. Ich wurde beteiligt in Form von Übersendung der erteilten Baugenehmigung, allerdings nicht abgestempelt und ohne amtlichen Lageplan. Der Bauherr musste sich nur verpflichten drei Meter Grenzabstand mit dem hinter der Mauer entstehenden Anbau einzuhalten. Wird schwierig, da der Grenzstein nicht auffindbar ist.

Freue mich über Antworten!

LG Lisaosiria

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