Nach Baugenehmigung-Nachbarn wollen Änderung

Hier können Sie Ihre Fragen zum öffentlichen Baurecht in Nordrhein-Westfalen stellen.
Antworten
Theia
Beiträge: 1
Registriert: 06.05.2017, 11:47

Nach Baugenehmigung-Nachbarn wollen Änderung

Beitrag von Theia » 06.05.2017, 12:12

Hallo Forum,

wir haben vor einiger Zeit ein Grundstück erworben für welches bereits eine Projektierung und positive Bauvoranfrage für eine Doppelhaushälfte vorlag. Seit Anfang April liegt nun eine Baugenehmigung vor,die ohne Änderungswünsche und problemlos vom Bauamt erteilt wurde. Ende des Monats Mai soll und kann mit dem Bau unseres Hauses begonnen werden.Anders sieht es wohl bei den zukünftigen DHH-Nachbarn aus. Deren Bauantrag wurde wohl widersprochen. Nun riefen uns die Nachbarn an und verlangen eine Vorverlegung unseres Hauses um 1,5 m zur Strasse hin sowie eine Änderung unseres geplanten Balkons,damit deren Balkon auf 3 m ausgeweitet werden und ihnen eine Baugenehmigung erteilt werden kann.Wir sind zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt unserer Planung und kurz vor dem Baubeginn damit nicht einverstanden.Der Nachbar drohte uns nun direkt mit Anwalt und Gericht.Haben wir diesbezüglich etwas zu befürchten? Unseres Wissens gab es keine durch die Nachbarn genehmigungsbedüftigen Dinge im Bauantrag.Wir haben diesbezüglich auch keinen Widerspruch erhalten.Wie sieht die Rechtslage aus?
Vielen Dank!

Anzeige:

Benutzeravatar
Sebastian Veelken
Beiträge: 946
Registriert: 11.09.2006, 21:46
Wohnort: Düsseldorf

Re: Nach Baugenehmigung-Nachbarn wollen Änderung

Beitrag von Sebastian Veelken » 06.05.2017, 22:33

Öffentlich-rechtlich haben Sie mir Ihrer Baugenehmigung die Rechtssicherheit, die Sie brauchen. Auf dieser Basis können Sie sich m.E. erst einmal entspannt zurücklehnen und nichts tun.
Auch der Umstand, dass Ihre Planung beanstandungsfrei genehmigt wurde, spricht dafür, dass Sie genau das bauen, was sich Gemeinde und Baurecht dort vorgestellt hatten (ist natürlich als Ferndiagnose schwierig, mit Plan und Baugenehmigung wäre es leichter zu beurteilen).
Möglicherweise ist das bei Ihrem Nachbarn anders - aber wenn er denn mehr für sich herausholen will, dann muss er sich mit seinen Nachbarn (also Ihnen und den anderen) schon irgendwie verständigen... Die Brachialmethode, die er jetzt an den Tag legt, ist da üblicherweise untauglich - wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Gibt es zivilrechtlich noch irgendwelche Absprachen (z.B. parallele Bauträgerverträge o.ä.?) - die könnten u.U. auch noch einmal besondere Rücksichtnahmepflichten auslösen.

Auf einem anderen Blatt steht leider die Frage, was für ein Pech Sie mit Ihren Nachbarn haben, wenn sie sich schon vor Beginn als derartige Sozialversager erweisen. Um solche Nachbarn beneide ich Sie nicht. Manches kann sich aber noch legen, wenn erst der Ärger mit dem Bau vorüber ist.

Antworten