Nachträgliche Baugenhmigung für große Gartenhütte

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membranos
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Nachträgliche Baugenhmigung für große Gartenhütte

Beitrag von membranos » 30.10.2017, 23:49

Hallo zusammen,

habe vor einigen Jahren mein Elternhaus durch ein netten Einfamilienhaus ersetzt. Der Bauträger hat es sich bei dem Bauantrag einfach gemacht und angegeben, dass das alte Haus abgerissen wird und hat im Lageplan auch die Gartenhütte gestrichelt gezeichnet, als Zeichen dafür, dass die auch weg soll. Das war aber so nicht abgesprochen. Ich hab beim Abriss die Gartenhütte stehen gelassen und sie dient seitdem als Werkzeuglager (Neubau EFH ohne Keller). Die Hütte steht zwar schon seit über 30 Jahren, mein Vater hat es aber wohl damals nicht für nötig gehalten einen Bauantrag zu stellen.
Die Hütte ist 1,5 m vom Nachbargrundstück entfernt, hat mit 4,5 m Länge (Seite zum Nachbarn) und etwa 5,5 m Breite eine Grundfläche von etwa 25 m². Satteldach, Giebelhöhe 4,5 m. Ich habe bereits begonnen, die Hütte wieder in Schuss zu bringen, da aber die Garage noch fehlt, bin ich heute mal bei der Behörde vorstellig gewesen, um das anzustoßen, wobei natürlich die bereits im Kataster eingetragene Hütte mal wieder zur Sprache kam.
Für die gab es, das wurde dann heute endgültig bestätigt, keinen Bauantrag.
Tja - was mach ich jetzt? Wenn ich die Hütte abreisse, habe ich gar keinen Platz mehr für das Werkzeug.
Besteht die Möglichkeit für die Hütte nachträglich eine Baugenehmigung einzuholen? Durch einen recht kostspieligen, aber machbaren Umbau könnte ich die Hütte verkleinern und dann den Abstand zum Nachbarn auf 3 m vergrößern. Bekommt man das dann eher genehmigt? Zählt eigentlich nur die Hütte selbst, ober muss ich auch den überdachten Vorraum der Hütte genehmigen lassen (noch mal 3,5 m). Die Sache mit der Garage hab ich nun erst einmal verständlicher Weise verschoben, da diese mit der Hütte am Nachbargrundstück nur noch 4,5 m lang sein dürfte. Wie gehe ich da am Besten vor?

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Sebastian Veelken
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Re: Nachträgliche Baugenhmigung für große Gartenhütte

Beitrag von Sebastian Veelken » 01.11.2017, 09:46

membranos hat geschrieben:da aber die Garage noch fehlt, (...)
Die Sache mit der Garage hab ich nun erst einmal verständlicher Weise verschoben, da diese mit der Hütte am Nachbargrundstück nur noch 4,5 m lang sein dürfte. Wie gehe ich da am Besten vor?
Hier taucht zweimal beiläufig ein Thema auf, das von ziemlicher Bedeutung sein könnte, da ich vermute, dass diese Garage aktuell noch nicht errichtet wurde.
Wie wurde in der Baugenehmigung für das neue Haus der Stellplatznachweis erbracht? Ist der so vorgesehene Stellplatz schon errichtet?
Denn danach bestimmt sich, wer hier aktuell am Zuge ist:
Gegen die Gartenhütte würde vermutlich die Bauaufsichtsbehörde aktuell von sich aus nicht unbedingt aktiv werden, da der Nachbar ja offensichtlich keine Einwände hat.
Ein unvollständig errichtetes EFH (nämlich ohne Stellplatz) könnte die Sache anders aussehen lassen, dann müßten sie erst noch genehmigungskonform errichten. Und dabei scheint mir weniger die ungenehmigte Hütte ein Thema zu sein, als der evtl. fehlende Stellplatz.
Schließen sich Hütte und Stellplatz (mal unabhängig von den Abstandflächen) baulich aus?

membranos
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Re: Nachträgliche Baugenhmigung für große Gartenhütte

Beitrag von membranos » 03.11.2017, 07:11

Hallo zurück und besten Dank für die Resonanz.
Von einer Stellflächenproblematik ist mit nichts bekannt. Am Haus selbst sind die Abstandsflächen eingehalten und sowohl rechts als auch links am Haus besteht die Möglichkeit ein Fahrzeug abzustellen. Der Nachbar hat zunächst erst einmal nix gegen die Garage und auch nicht gegen die Gartenlaube. Es sieht für mich fast so aus, als wenn er das nicht Einhalten der Abstandsflächen dann nur leider auch in Grundbuch eintragen lassen muss. Die Laube ist erst einmal wichtiger. Die Frage ist nur, ob man eine so große Gartenhütte überhaupt nachträglich genehmigt bekommt.

Dimeto
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Re: Nachträgliche Baugenhmigung für große Gartenhütte

Beitrag von Dimeto » 06.11.2017, 13:02

Zunächst ist zu klären, ob die Gartenhütte überhaupt nach §6 BauONRW privilegiert ist (Stichworte: mittlere Wandhöhe, traufständig/giebelständig, Abstellraum/Werkstatt). Wenn sie es ist, ist aber, wie richtig erwähnt, eine übliche Garage mit 6m Länge an dieser Nachbargrenze ohne Baulast oder zumindest Nachbarzustimmung nicht mehr möglich. Eine Grundbucheintragung ist für eine Genehmigung nicht notwendig.

Problematisch könnte auch der Standsicherheitsnachweis werden.
Gibt es einen Bebauungsplan, der bezüglich Nebenanlagen etwas festsetzt?
GRZ unproblematisch?
Sonstige Ortssatzungen?
Am Besten das Bauamt konsultieren.

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