Terrassenüberdachung bei Doppelhaushälte

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05nov02
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Terrassenüberdachung bei Doppelhaushälte

Beitrag von 05nov02 » 28.06.2018, 14:03

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich plane schon seit längerer Zeit eine Terrassenüberdachung. Das Projekt schiebe ich aber aufgrund der aktuellen Landesbauordnung immer weiter vor mir her. Ich bin Besitzer einer Doppelhaushälfte, und da sieht die momentane Landesbauordnung vor, das ich die Trennwand zur Nachbarhälfte entweder bis zum Dach hochmauere oder mit Spezialglas zumache. Da mir dies aber optisch nicht gefällt und das ich dann auch keine Zustimmung von meinem Nachbarn erhalte, hat mich dies bisher vom Bau abgehalten.
Die Überdachung sollte eine Fläche von 7m x 3m haben.

Ich habe nun gehört, das es im Januar 2019 eine neue Landesbauordnung geben soll.
Nun meine Frage: Könnte es sein das sich hier in diesem Punkt etwas ändert? Oder soll ich das Projekt endgültig aufgeben?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Beste Grüße
05nov02

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05nov02
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Re: Terrassenüberdachung bei Doppelhaushälte

Beitrag von 05nov02 » 27.07.2018, 16:26

Hallo nochmal,
Da ich bis jetzt noch keine Antwort auf meine Frage bekommen habe, wollte ich mich nochmal ins Gedächtnis rufen.
Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir hier helfen könntet.

Gruß 05nov02

05nov02
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Re: Terrassenüberdachung bei Doppelhaushälfte

Beitrag von 05nov02 » 21.08.2018, 07:51

Guten Morgen,
das einzige was ich bereits nun selbst herausgefunden habe ist, das der §31 (Gebäudeabschlusswände) in der noch gültigen Bauordnung, in der neuen Bauordnung ab 2019 im §30 (Brandwände) geregelt wird. Dort steht auch unter (10) einmal der Begriff "Terrassenüberdachung", aber da ich dieses Behörden- Deutsch nicht verstehe, weiß ich nun nicht mehr weiter. Darf ich nun meine Terrasse ohne Gebäudeabschlusswand/Brandwand direkt an der Nachbarsgrenze errichten oder nicht.
Gibt es hier niemanden der mir hier weiterhelfen kann und Licht ins Dunkle bringt.

Vielen Dank vorab!

Beste Grüße
05nov02

seppelpeter
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Re: Terrassenüberdachung bei Doppelhaushälte

Beitrag von seppelpeter » 06.05.2019, 22:48

Hallo,
ich bin ähnlich weit in der Planung.

Mann will ja nicht die Pferde aufscheuchen, daher weiß man nicht, ob es geschickt ist, einfach mal bei der Stadt zu fragen oder eine Bauanzeige zu stellen. Einfach mal machen ist natürlich auch eine Option, aber bei T€ 7.500,- könnte es teuer werden.

Mit Gruß

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Sebastian Veelken
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Re: Terrassenüberdachung bei Doppelhaushälte

Beitrag von Sebastian Veelken » 07.05.2019, 20:08

Unter "Terrassenüberdachung" verstehen viele bauwillige Laien etwas anderes als die Landesbauordnung. Daher sind absichtliche oder unabsichtliche Missverständnisse programmiert. Ein paar Ansätze zu diesen Missverständnissen findet man in den aktuellen Handlungsempfehlungen des Bauministeriums zur BauO 2018.
Mein persönlicher Tipp ist, dass ca. 80-90% aller Terrassenüberdachungen, die ich zu sehen bekomme, baurechtlich nicht legal sind - mindestens formell nicht, meistens auch materiell. Ich bräuchte in diesem Moment nur mal eben aus dem Fenster zu schauen.
Legale Terrassenüberdachungen kann man nach meinem Eindruck nur in dünn besiedelten Einfamilienhaussiedlungen mit mind. 3m Abstand zu sämtlichen Grundstücksgrenzen hinbekommen.
Gleichzeitig stelle ich aber auch fest, dass die tatsächlich vorhandenen Überdachungen im Laufe der Zeit nicht verschwinden, sondern sich eher in Richtung Wintergarten/Wohnraumerweiterung und dann zweiter Terrassenüberdachung verfestigen.
Sprich: Weder Bauaufsicht noch Nachbar sind aktiv geworden.
Welche Konsequenzen man daraus zieht, muss jedem selbst überlassen sein. Wer aber Investitionssicherheit möglichst zum Nulltarif braucht, der ist mit einer frühzeitigen Nachfrage bei der Bauaufsicht sehr gut beraten. Dann aber darf man nicht mit dem geheimen Vorbehalt kommen, im Zweifel doch illegal bauen zu wollen und deshalb keine schlafenden Hunde wecken zu wollen.
Alternativ kann man natürlich auch Geld ausgeben und einen versierten Architekten mit einer Prüfung beauftragen. Das kostet dann aber auf jeden Fall Geld und man hat nicht mal eine Garantie darauf, dass a) die Antwort stimmt oder b) er nicht "wegen verbleibender Unsicherheiten" doch zu einer Bauvoranfrage rät.

seppelpeter
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Re: Terrassenüberdachung bei Doppelhaushälte

Beitrag von seppelpeter » 13.05.2019, 13:02

Danke auch hier, der Rat wäre also, einfach machen und ggfs. muss man die 3-5T€ irgendwann mal abschreiben und zurück bauen.

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Sebastian Veelken
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Re: Terrassenüberdachung bei Doppelhaushälte

Beitrag von Sebastian Veelken » 13.05.2019, 20:35

Wenn es um Rat geht, fand ich Ihren Ansatz, einfach mal bei der Bauaufsicht nachzufragen, vielversprechender.
Das andere war eher eine Erkenntnis ;-)

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