Privilegierung nach §201 BauGB

Hier können Sie Ihre Fragen zum öffentlichen Baurecht in Nordrhein-Westfalen stellen.
Antworten
ibkb2016
Beiträge: 1
Registriert: 25.09.2018, 18:10

Privilegierung nach §201 BauGB

Beitrag von ibkb2016 » 25.09.2018, 18:43

Hallo liebe Forumsgemeinde,

ich verweifle gerade an der Definition der Privilegierung durch Landwirtschaft nach §201 BauGB.
Ein ca. 3 ha großes Grundstück mit einem Wohnhaus und ringsherum Wiesen im Außenbereich wird aktuell vom Eigentümer in Form von Streuobstwiese (teilweise neu aufgeforstet) und einer kleinen Schafzucht (aktuell 11 Schafe) bewirtschaftet.
Nach meinen Verständnis ist eine Privilegierung dann erreicht wenn

"Landwirtschaft im Sinne dieses Gesetzbuchs ist insbesondere der Ackerbau, die Wiesen- und Weidewirtschaft einschließlich Tierhaltung, soweit das Futter überwiegend auf den zum landwirtschaftlichen Betrieb gehörenden, landwirtschaftlich genutzten Flächen erzeugt werden kann,..."

In diesem Absatz taucht meines Erachtens (noch) nirgendwo der Bezug zur Erwerbstätigkeit auf. Hier geht es um die reine Bewirtschaftung der zuvor genannten Flächen in Abhängikeit der anteiligen Futtermittelbeschaffung am Gesamtjahresverbrauch der zu haltenden Tiere.
Bei 11 Schafen auf 3 ha gehe ich davon aus, dass der Futtermittelbedarf zu 100% aus eigenen Flächen gedeckt ist und somit die Bedingungen für die Berechtigung über eine Landwirtschaft zu sprechen gegeben ist.

Der erwerbsmäßige Betrieb bezieht sich nach meinem Textverständnis auf die dann folgenden Bereiche

"...die gartenbauliche Erzeugung, der Erwerbsobstbau, der Weinbau, die berufsmäßige Imkerei und die berufsmäßige Binnenfischerei."

In meinem Fall geht es um die Genehmigungsfähigkeit einer Zaunanlage eines bei der Landwirtschaftkammer mit Betriebsnummer geführten Betriebes, der zur Pflege seiner (Streuobst-)Wiesen und Weideflächen 11 Schafe hält. Da die Flächen an einer vielbefahrenen Straße mit LKW-Verkehr liegen, soll der Zaun in Teilbereichen 1,80 hoch und etwas stabiler ausgeführt werden, so dass eine Genehmigungspflicht entsteht.
Die Genehmigungsfähigkeit soll aber nun mangels Privilegierung im Rahmen der Landwirtschaft nach §201 nicht gegeben sein, wenngleich eine positive Stellungnahme der zuständigen Landwirtschafstkammer zur Errichtung eines solchen Zaunes vorliegt.

Kann hierzu jemand etwas hilfreiches beitragen?

Anzeige:

Benutzeravatar
Sebastian Veelken
Beiträge: 1006
Registriert: 11.09.2006, 21:46
Wohnort: Düsseldorf

Re: Privilegierung nach §201 BauGB

Beitrag von Sebastian Veelken » 25.09.2018, 19:52

Vielleicht hilft es der Bauaufsichtsbehörde eher, wenn Sie erklären könnten, was es mit dem Zaun auf sich hat.
Ich persönlich kenne Schafweiden auch nur mit grobmaschigen, maximal hüfthohen Zäunen und im Extremfall noch einem Stück Stacheldraht dabei.
Das scheint auch die Empfehlung der Landwirtschaftskammern zu sein, wie mir Google aus Baden-Württemberg erzählt.

MILK_Bü
AK bab
Beiträge: 58
Registriert: 29.11.2006, 08:54
Wohnort: 32469 Petershagen
Kontaktdaten:

Re: Privilegierung nach §201 BauGB

Beitrag von MILK_Bü » 29.10.2018, 12:13

Nebenbei gesagt: Durch die Rückkehr des Wolfes werden die Zäune im Außenbereich um Weiden voraussichtlich in die Höhe wachsen. :roll:
P.S. Der erste Wolf, der in NRW unter die Räder gekommen ist, hat bei uns im Kreisgebiet vor anderthalb Jahren sein Leben gelassen...
Beste Grüße von der Weser 8)
Friedrich Büsching

Antworten