Nachträgliche behördliche Bauabnahme

Hier können Sie Ihre Fragen zum öffentlichen Baurecht in Nordrhein-Westfalen stellen.
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Sunny
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Nachträgliche behördliche Bauabnahme

Beitrag von Sunny » 13.02.2019, 20:59

Hallo ins Forum,
vielleicht könnt ihr mir eine baurechtliche Frage beantworten:
Mit wurden zwei Dachgeschosswohnungen zum Kauf angeboten, die zwar Anfang der 90er nach einem Bauantrag durch eine Baufirma ausgebaut wurden, jedoch nicht abgenommen wurden. Sie stehen also noch als Nutzfläche im Grundbuch.
Meine Frage: Wie aufwändig wäre eine nachträgliche behördliche Bauabnahme?
Ist aufgrund der geänderten Bauordnung mit deutlichen Nachbesserungen zu rechnen?
Zum jetzigen Zustand:
Fluchtfenster sind vorhanden, Rauchabzug im Treppenhaus auch, Feuerschutztür im Keller auch. Der Grundriss der Wohnungen weicht etwas vom genehmigten ab.
Jetzt schon mal vielen Dank für euren Input.
Sunny

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Sebastian Veelken
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Re: Nachträgliche behördliche Bauabnahme

Beitrag von Sebastian Veelken » 14.02.2019, 07:13

Gab es nur einen Bauantrag oder auch eine Baugenehmigung?
Das sollte sich bei der Bauaufsichtsbehörde durch Einsicht in die Bauakten (Hausakten) klären lassen. Auf die Abnahme konnte die Behörde schon lange verzichten.

Sunny
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Re: Nachträgliche behördliche Bauabnahme

Beitrag von Sunny » 14.02.2019, 08:18

Ja, die Baugenehmigung liegt vor.
Der jetzige Besitzer hat die Bauakte eingesehen. Würde da vermerkt werden, dass auf die Abnahme verzichtet wurde?

Sunny
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Re: Nachträgliche behördliche Bauabnahme

Beitrag von Sunny » 14.02.2019, 08:20

Die Wohnung müsste ja im Grundbuch noch als Wohnfläche ausgewiesen werden. Ginge das auch ohne Bauabnahme?

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Sebastian Veelken
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Re: Nachträgliche behördliche Bauabnahme

Beitrag von Sebastian Veelken » 14.02.2019, 18:37

Vielleicht schauen Sie sich einmal die Artikel an, die hier zusammengestellt sind.
Ihren Nachfragen entnehme ich, dass Ihnen die Abläufe insgesamt nicht geläufig sind, so dass Sie möglicherweise schon auf Basis falscher Vorannahmen überhaupt zu Ihrer Frage gekommen sind:
  • Das Grundbuch hat mit dem Baurecht überhaupt nichts zu tun (ich wüßte auch nicht, dass dort einzelne Bauteile/Geschossebezeichnet würden) Dort wird nur der zivilrechtliche Stand verbindlich ausgewiesen. Die Nutzungsart des Grundstücks (auch nicht der einzelnen Wohnung!) wird dort nur nachrichtlich aufgeführt und ist für die Bauaufsicht in keiner Weise verbindlich.
  • Der bisherige Eigentümer kann Ihnen viel erzählen. Beim Notar wird das auch nicht besser. Daher sollten Sie sich im Zweifel schon selbst von den Angaben zur Baugenehmigung überzeugen.
  • Der Verzicht auf die Bauzustandsbesichtigung wird nach meinem Kenntnisstand eher nicht in den Akten vermerkt - allerdings vergessen auch viele Bauherren die vorgeschriebene Fertigstellungsanzeige. Die bauaufsichtliche "Abnahme" wird im Übrigen von Laien oft überbewertet.
  • Die Abweichungen bei den Grundrissen können ein Indiz dafür sein, dass man es auch sonst mit dem Baurecht nicht so genau genommen hat.

Sunny
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Re: Nachträgliche behördliche Bauabnahme

Beitrag von Sunny » 15.02.2019, 18:50

Ganz vielen Dank! Das Thema ist tatsächlich neu für mich.
Umso besser, hier qualifizierte Informationen zu bekommen!

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